RS-Virus – Mama Annie muss mit ihrem Baby ins Kinderkrankenhaus

Annie ist 23 Jahre alt und glückliche Mama von zwei Kindern im Alter von eineinhalb und drei Jahren. Für unsere Blog-Serie PädCare-Talk berichtet Sie von einer besonders harten Zeit, in der Ihr Sohn am RS-Virus erkrankte und über eine Woche in ein Kinderkrankenhaus musste.


PädCare-Talk mit Annie aus Oberbayern

Bild: Annie

Annie ist 23 Jahre alt und stolze Mutter eines eineinhalb jährigen Sohnes und einer drei jährigen Tochter. Gemeinsam lebt die kleine Familie in Oberbayern.

Nachdem Anni mit ihren Kindern schon drei mal in ein Kinderkrankenhaus musste, wollten wir von Ihr wissen wie Sie und Ihre Kinder diese Zeit erlebt haben und was Sie sich persönlich für die Versorgung Ihrer Kinder in einem Kinderkrankenhaus wünscht.

Emilia-Sophie muss nach einem Fieberkrampf ins Kinderkrankenhaus

Kinderkrankenhaus - Fieberkrampf

Nachdem die damals einjährige Emilia-Sophie einen Fieberkrampf erlitten hatte, suchte die junge Mutter mit ihr einen Kinderarzt auf. Da Sie bereits über medizinisches Fachwissen verfügt, verständigte Sie nicht den Notruf 112. Der Kinderarzt verwies die beiden nach der Erstversorgung dennoch in ein Kinderkrankenhaus zur weiteren Überwachung. Nach drei Tagen Beobachtung auf der Kinderstation wurde Emilia-Sophie wieder gesund und munter entlassen.

Mama Annie hat ihre Tochter in dieser Zeit keinen Moment allein gelassen. Sie ist froh, dass die medizinische Versorgung Ihrer Tochter so reibungslos von statten ging und ist Dankbar für die Arbeit des Pflegefachpersonals sowie der Ärzte.

Fieberkrampf ist ein Krampfanfall der bei Kindern infolge eines plötzlich, rasch ansteigenden Fiebers auftritt. Gefährdet sind hiervon vor allem Kinder im alter von sechs Monaten bis sechs Jahren.

Meist tritt er auf, wenn das Fieber akut in kürzester Zeit auf Werte über ca. 39°C ansteigt.

Anzeichen eines Fieberkrampf können sein:

  • plötzliches verdrehen der Augen
  • starrer Blick ins leere
  • eventuell Blauverfärbung der Lippen (zyanose)
  • Bewusstlosigkeit – Kind reagiert nicht auf Reize
  • möglicherweise beginnen Arme/Beine und/oder Gesichtsmuskeln zu zucken (Krampfanfall)

Das Krampfgeschehen kann bis zu fünf Minuten andauern. Sollte das Kind länger oder immer wieder krampfen, verständige den Notruf 112. Nach einem solchen Krampfanfall schlafen die Kinder in den meisten Fällen ein oder sind müde und verlangsamt.

Felix muss wegen des RS-Virus auf die Isolierstation

Kinderkrankenhaus - RS-Virus bei Kleinkindern

Als Felix 3 Monate alt war, musste Annie mit ihm auf eine Isolierstation eines Kinderkrankenhaus. Wegen der immer wieder fallenden Sauerstoffwerte von Felix sind sie insgesamt 11 Tage im Krankenhaus. Da das RS-Virus besonders ansteckend ist, werden Annie und ihr Sohn isoliert. Das heißt, dass sie allein in einem Zimmer sind und dieses nicht verlassen dürfen. Auch besuche sind stark eingeschränkt. Nur der Papa von Felix darf zu besuch kommen. Die kleine Emilia-Sophie darf ihre Mutter und ihren Bruder in dieser Zeit nicht sehen.

Annie erzählt uns, dass diese Zeit sehr belastend für sie war. „Für mich als Mutter war es besonders hart meinen Sohn so krank zu sehen und gleichzeitig nicht für meine Tochter da sein zu können“ sagt die junge Mutter.

Doch auch die Isolation in einem Krankenhauszimmer ist extrem fordernd. Es war zu keiner Zeit möglich, kurz durch zu atmen oder Kraft zu tanken. Es hätte ihr gut getan, für einen Moment nicht von Warntönen des Monitors der Noahs Werte überwachte aufgeschreckt zu werden, einen Moment frische Luft schnappen zu können, wenigstens einen Moment auf andere Gedanken zu kommen.

Annie ist selbst im medizinischem Bereich tätig und weiß daher, dass das Pflegefachpersonal schlichtweg keine Zeit hat bei Ihrem Kind zu sein wenn sie das Zimmer verlassen würde. Selbst dann nicht, wenn sie es wollten. Ihnen fehlt einfach die Zeit dazu.

RS-Virus – Respiratorische Syncytial-Virus ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis drei Jahren weltweit der häufigste Auslöser von akuten Atemwegsinfektionen. In den ersten drei Lebensmonaten können diese besonders schwer verlaufen. Besonders gefährdet sind Frühgeborene. Grundsätzlich können Infektionen mit RS-Viren, die vor allem in den Wintermonaten und im Frühjahr gehäuft vorkommen, jeden treffen. Ältere Kinder und Erwachsene haben meist lediglich leichte, erkältungsähnliche Symptome. In den ersten Lebensmonaten greifen RSV Infektionen leicht von den oberen auf die unteren Atemwege über.

Anzeichen einer RSV Infektion können sein:

  • meist Husten, Schnupfen und/oder Halsschmerzen
  • Fieber
  • Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
  • Trinkverweigerung
  • schnelle Atmung mit Einziehungen

Bei vielen Kindern führt der RSV zu einer spastischen Bronchitis (entzündete und verengte Bronchien) oder einer Pneumonie (Lungenentzündung).

Ich wünsche mir Kinderfreundlichere Gegebenheiten im Kinderkrankenhaus

Spielsachen für das Kinderkrankenhaus

Auf unsere Frage, was Annie sich nach den Krankenhausaufenthalten wünschen würde Antwortet Sie uns: “ Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass es eine Art Betreuungsperson für die Kinder gibt. Vor allem bei Kindern die in Isolation sind wäre es schön für ein bis zwei Stunden Kraft tanken zu können ohne das eigene Kind allein lassen zu müssen. Auch die räumliche Gestaltung empfand ich nicht als Kinderfreundlich und sehr bedrückend. Ein freundliches Erscheinungsbild und die Möglichkeit sein Kind spielerisch beschäftigen zu können fände ich klasse – vor allem bei den Isolierzimmern.“

Dennoch war Sie mit der Behandlung ihres Sohnes sehr zufrieden und ist sehr dankbar, dass ihm geholfen wurde. Dafür dankt Sie allen Pflegekräften und Ärzten, die täglich für Kinder in Not da sind und so selbstlos handeln.

PädCare Weihnachtsaktion – nicht nur den Kindern sondern auch uns Eltern wird Kraft gegeben

Kuscheltier im Kinderkrankenhaus

Annie hat von unserer Weihnachtsaktion gehört und findet sie großartig. „Die Aktion wird nicht nur Kinderaugen zum leuchten bringen, sondern auch uns Eltern Kraft geben und Mut machen“ sagt Sie. Es sei schön zu sehen, dass es Menschen gibt die sich Gedanken machen und engagieren.

Persönlich hätte auch Sie sich über diese Geste sehr gefreut und ist sicher, dass es anderen Eltern genau so gehen wird.

Wir danken Annie für den offenen Austausch und wünschen Ihr und ihren Kindern alles gute und möglichst keine weiteren Krankenhaus Aufenthalte.

Dieser Beitrag ist Teil der Blog-Serie „PädCare Talk“. Jeden Montag gibt es einen neuen Beitrag mit tollen und Interessanten Gesprächspartnern. Wenn auch Du Deine Geschichte zum Thema „Kinderkrankenhaus“ als Elternteil oder Pflegefachkraft mit uns teilen möchtest, kontaktiere uns.

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